Sterilitätstherapie

Die normale Schwangerschaftserwartung für ein gesundes junges Paar (zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr) beträgt 20% pro weiblichem Zyklus.

Das bedeutet, dass im Verlauf von fünf bis sechs Zyklen im Durchschnitt eine Schwangerschaft eintritt, vorausgesetzt das Paar hat regelmäßigen Geschlechtsverkehr.

Allerdings nimmt die natürliche Fruchtbarkeit der Frau bereits ab dem 3. Lebensjahrzehnt ab. Die Chance auf den Eintritt einer Schwangerschaft einer Frau im Alter von 35-39 Jahren ist nur halb so groß wie die einer 19-26 jährigen Frau.

Gemäß der Erkenntnisse aus der Sterilitätsdiagnostik bieten wir Ihnen gezielte Maßnahmen zur Sterilitätstherapie an.

Die wichtigsten Sterilitätstherapien sind:

  • Konzeptionsoptimierung
    • Eisprungorientierter Geschlechtsverkehr (Eisprungkontrolle)
  • Hormontherapie
    • Stimulation des Eisprungs (Wirkstoff: Clomifen)
    • Ausgleich der Gelbkörper-Insuffizienz (Wirkstoff: Progesteron)
  • Medikamentöse Therapie
    • Bei wiederholten Fehlgeburten z.B. bei Gerinnungsstörungen (Wirkstoff: ASS 100, Heparin)
    • Unterstützende Medikation bei Übergewicht (Wirkstoff: Metformin)
  • Lebensstiloptimierung

Die Eisprungkontrolle ermöglicht die Festlegung des optimalen Zeitpunkts für den Geschlechtsverkehr durch Beobachtung des Zyklus über mehrere Monate (Zyklusmonitoring).

Dabei wird an verschiedenen Zyklustagen die Größe des heranreifenden Eibläschens per Ultraschall kontrolliert, zusätzlich erfolgt die Bestimmung der Hormonwerte in Blut oder Urin. So wird sichergestellt, dass das Paar den optimalen Zeitraum für den Geschlechtsverkehr (zwei Tage vor dem Eisprung bis einen Tag danach) nützt.

Liegen die Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches nur im hormonellen Bereich, so kann durch eine Hormonbehandlung und eine Überprüfung der Eireifung mittels Ultraschall und Kontrollen der hormonellen Konstellation geholfen werden.

Die Therapie beginnt mit einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke. Ziel hierbei ist, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen, um dadurch die Chance auf mehrere befruchtungsfähige Eizellen zu erhöhen.

Bei dem Vorliegen von Myomen kann es erforderlich sein, vor der Kinderwunschbehandlung eine operative Entfernung der Myome vorzunehmen.

Bei einem Verschluss der Eileiter oder bei schweren Störungen der männlichen Fruchtbarkeit empfehlen wir Ihnen gerne entsprechende Spezialisten.

Im Rahmen der Lebensstiloptimierung analysieren wir mit Ihnen alle Lebensstil- und Umweltfaktoren, um Ihnen gezielte Maßnahmen zur Verbesserung Ihrer Fruchtbarkeit empfehlen zu können.

Zentrale Lebensstil- und Umweltfaktoren sind:

  • Psychosomatische Störungen
  • Körpergewicht (Unter- bzw. Übergewicht)
  • Ernährungsweise
  • Genussmittelkonsum (Koffein, Alkohol, Tabak)
  • Körperliche Aktivität
  • Dauermedikation oder Drogeneinnahme
  • Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

Die körperliche und psychische Gesundheit von Mann und Frau sowie eine gesunde Lebensweise sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung.

Bei Versagen der normalen Sterilitätstherapie können IUI, IVF, ICSI oder weitere Spezialtherapien angewendet werden.

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